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Du suchst einen Kredit, siehst in einer Anzeige „ab 1,99 % Sollzins" und denkst, das ist dein Zins. Ist es fast nie. Der Wert, der wirklich darüber entscheidet, was dich ein Kredit kostet, heißt Effektivzins. Genau um den Unterschied zwischen Effektivzins vs. Sollzins geht es auf dieser Seite: was im effektiven Jahreszins steckt, warum die Werbung lieber den Sollzins zeigt, wie groß der Abstand in echten Euro ist und wo du beim Kreditvergleich klassisch in die Falle tappst.
Bei DeinKredit bekommst du das ehrlich erklärt. Wir sind Kreditvermittler, kein Vergleichsportal, das dich nach dem Klick allein lässt. Du hast einen festen Ansprechpartner, der mit dir durch dein Angebot geht und dir zeigt, welche Zahl in deinem Vertrag wirklich zählt. Über rund 89 Banken finden wir den Kredit, der nicht nur in der Werbung günstig aussieht, sondern es auch beim Effektivzins ist. Diese Seite ist ausführlich. Sie deckt alles ab, was du vor einem Abschluss über Zinsen wissen solltest: von der Definition über die Mathematik bis zu den 89 Banken im Hintergrund.
Wenn du wenig Zeit hast, spring direkt zu den Rechenbeispielen oder zu den häufigen Vergleichsfehlern. Wenn du es gründlich willst, lies von oben durch. Unser Motto: Wir sind lieber Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.

Effektivzins vs. Sollzins: der Unterschied in einem Satz
Der Sollzins ist der reine Zinssatz auf den Kreditbetrag. Er ist die nackte Miete für das geliehene Geld. Der Effektivzins ist das, was dich der Kredit am Ende wirklich kostet: Sollzins plus alle Nebenkosten, umgerechnet auf ein Jahr und auf die gesamte Laufzeit verteilt. Genau dieser Effektivzins steht deshalb gesetzlich bei jedem Kreditangebot. Er ist die einzige Größe, mit der zwei Angebote ehrlich vergleichbar sind.
Stell dir den Sollzins wie den Grundpreis eines Hotelzimmers vor und den Effektivzins wie den Endpreis mit Reinigungspauschale, Kurtaxe und Frühstück. Niemand bucht ein Hotel allein nach dem Grundpreis. Genauso solltest du keinen Kredit allein nach dem Sollzins beurteilen. Der Sollzins verrät dir nur einen Teil der Wahrheit, der Effektivzins die ganze.
Ein zweiter wichtiger Punkt vorweg: Der Effektivzins ist nicht einfach Sollzins plus eine feste Gebühr. Er berücksichtigt auch, wann du zahlst. Eine Bearbeitungsgebühr, die du sofort am Anfang trägst, belastet dich stärker als die gleiche Summe, die über die Laufzeit verteilt anfällt. Genau deshalb ist der effektive Jahreszins eine mathematisch saubere Rechnung und kein simpler Aufschlag. Wir gehen dem im Kapitel Mathematik hinter dem Effektivzins bis auf die Formel nach.
Beim Vergleich von zwei Kreditangeboten ist nur der Effektivzins fair. Vergleichst du Sollzinsen, vergleichst du Äpfel mit Birnen. Effektivzins gegen Effektivzins · alles andere führt in die Irre.
Was ist der Sollzins genau?
Der Sollzins ist der Zinssatz, mit dem die Bank das geliehene Kapital verzinst. Früher hieß er Nominalzins. Der Begriff Nominalzins ist abgeschafft, weil er noch reiner war und keine Verrechnung mit dem Zahlungsrhythmus enthielt. Heute spricht das Gesetz vom gebundenen oder veränderlichen Sollzinssatz. Bei Verbraucherkrediten ist der Sollzins fast immer gebunden, also für die gesamte Laufzeit fest. Das ist gut für dich, weil deine Rate sich nicht ändert.
Der Sollzins beantwortet genau eine Frage: Wie viel Prozent Zinsen fallen pro Jahr auf den jeweils noch offenen Kreditbetrag an? Bei einem Ratenkredit sinkt die Restschuld mit jeder Rate, deshalb sinkt auch der absolute Zinsbetrag pro Monat. Der Sollzinssatz selbst bleibt aber gleich.
Gebundener und veränderlicher Sollzins
Beim gebundenen Sollzins steht der Satz für die komplette Laufzeit fest. Du weißt von der ersten bis zur letzten Rate, was du zahlst. Das ist der Normalfall beim Privatkredit, Autokredit und Ratenkredit. Beim veränderlichen Sollzins darf die Bank den Satz im Lauf der Zeit anpassen, etwa wenn sich der Marktzins verschiebt. Das kommt bei Verbraucherkrediten selten vor, häufiger bei Dispositionskrediten und bei Anschlussfinanzierungen im Immobilienbereich. Für deinen Vergleich gilt: Frag immer nach, ob der Sollzins gebunden ist. Ein veränderlicher Satz, der heute niedrig aussieht, kann morgen teurer sein.
Warum der Sollzins allein nichts aussagt
Zwei Banken können beide mit 4,0 % Sollzins werben und trotzdem ganz unterschiedlich teuer sein. Die eine verlangt ein kostenpflichtiges Kreditkonto, koppelt eine Vermittlungsgebühr an den Vertrag und zahlt monatlich nachschüssig aus. Die andere hat keine Nebenkosten und einen sauberen Zahlungsplan. Beim Sollzins siehst du diesen Unterschied nicht. Erst der Effektivzins macht ihn sichtbar. Genau deshalb ist der Sollzins als alleiniges Vergleichsmaß wertlos · er ist eine halbe Information.
Was ist der Effektivzins genau?
Der effektive Jahreszins, kurz Effektivzins, ist die gesetzlich vorgeschriebene Gesamtkostenangabe für einen Kredit. Er bündelt den Sollzins und alle preisbestimmenden Nebenkosten in einer einzigen Prozentzahl pro Jahr. Geregelt ist das in der Preisangabenverordnung (PAngV). Die Berechnungsmethode ist europaweit einheitlich vorgegeben, damit Kredite über Ländergrenzen hinweg vergleichbar sind.
Der entscheidende Punkt: Der Effektivzins ist eine Vergleichszahl, kein Preisschild für eine einzelne Position. Er sagt dir nicht, wie viel Euro du bezahlst · das tut der ebenfalls ausgewiesene Gesamtbetrag. Der Effektivzins sagt dir, wie teuer ein Kredit im Verhältnis ist. Zwei Kredite mit gleichem Effektivzins sind gleich teuer · unabhängig davon, wie die einzelnen Kostenbausteine heißen.
Wichtig ist auch das Wort Jahreszins. Der Effektivzins wird immer auf ein Jahr normiert, selbst wenn deine Laufzeit 24 oder 84 Monate beträgt. So lassen sich auch Kredite mit unterschiedlicher Laufzeit grob auf einer Skala einordnen · vorausgesetzt, du achtest zusätzlich auf die Laufzeit selbst, dazu später mehr.
Der repräsentative Effektivzins in der Werbung
In der Werbung steht oft ein repräsentativer Effektivzins. Das ist gesetzlich definiert: Mindestens zwei Drittel der tatsächlich abgeschlossenen Kredite wurden zu diesem Zins oder besser vergeben. Ein gutes Drittel der Kunden bekommt also einen schlechteren Zins · und ein Teil sogar einen besseren. Der repräsentative Wert ist ein Anhaltspunkt, keine Garantie für dein persönliches Angebot. Deins steht erst nach der Bonitätsprüfung fest.

Was steckt im Effektivzins: alle Bestandteile
Der effektive Jahreszins enthält gesetzlich nach der Preisangabenverordnung alles, was den Kredit für dich zwingend teurer macht. Das sind im Einzelnen:
- Der nominale Sollzins. Die Basis, die reine Verzinsung des Kapitals.
- Bearbeitungsgebühren. Bei Verbraucherkrediten in Deutschland in der Regel nicht mehr zulässig · der Bundesgerichtshof hat laufzeitabhängige Bearbeitungsentgelte für unwirksam erklärt. Falls eine Bank trotzdem eine erhebt, gehört sie in den Effektivzins.
- Kontoführungsgebühren des Kreditkontos. Wenn die Bank für das Abwicklungskonto Geld verlangt und das Konto Bedingung für den Kredit ist, fließt es ein.
- Vermittlungsentgelte, sofern sie zwingende Bedingung für den Vertrag sind. Ein freiwilliges Honorar, das nicht Voraussetzung ist, gehört nicht hinein.
- Die Art und Häufigkeit der Ratenzahlung. Ob du monatlich, vierteljährlich, vorschüssig oder nachschüssig zahlst, verändert den Effektivzins · auch bei identischem Sollzins.
- Auszahlungskurs oder Disagio. Wird der Kredit nicht zu 100 % ausgezahlt, sondern mit Abschlag, erhöht das den Effektivzins. Bei Ratenkrediten ist das selten, bei Immobiliendarlehen kommt es vor.
- Tilgungsverrechnung. Wie schnell deine Zahlung die Restschuld mindert, beeinflusst die Effektivverzinsung.
Was nicht im Effektivzins steckt: optionale Restschuldversicherungen, freiwillige Sondertilgungs-Optionen mit Aufpreis, Notarkosten bei Immobilienkrediten, Mahn- und Verzugskosten. Auch eine später dazugekaufte Versicherung verändert den ausgewiesenen Effektivzins nicht · sie kommt einfach oben drauf. Achte deshalb bei jedem Angebot darauf, was zusätzlich angekreuzt wurde. Ein günstiger Effektivzins mit teurer Restschuldversicherung obendrauf kann unterm Strich teurer sein als ein etwas höherer Effektivzins ohne Zusatzpaket.
Wird eine Restschuldversicherung verpflichtend zur Bedingung für den Kredit gemacht, muss sie nach geltender Rechtslage in den Effektivzins. Ist sie freiwillig, bleibt sie draußen. Frag im Zweifel direkt: Ist die Versicherung Bedingung oder Wahl? Die Antwort entscheidet, ob du den Effektivzinsen vertrauen kannst.

Wo der Effektivzins an Grenzen stößt
Der Effektivzins ist die beste Vergleichszahl, die es gibt · aber er ist kein Allheilmittel. Drei Grenzen solltest du kennen. Erstens: Er bildet nur ab, was zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses feststeht. Was du später freiwillig dazukaufst, etwa eine Versicherung, taucht im Effektivzins nicht auf. Zweitens: Er sagt nichts über die absolute Höhe deiner Kosten. Ein niedriger Effektivzins über eine sehr lange Laufzeit kann in Euro teurer sein als ein höherer über eine kurze. Drittens: Er bewertet nicht die Qualität der Beratung, die Erreichbarkeit der Bank oder die Flexibilität bei Sondertilgungen. Der Effektivzins ist das Preisschild · der Rest ist Service. Beides gehört in deine Entscheidung.
Finanzierungsanfragen von Selbstständigen und Freiberuflern können bei DeinKredit individuell geprüft, über ausgewählte Spezialbanken vermittelt und persönlich begleitet werden. Welcher Finanzierungsweg möglich ist, hängt von Verwendungszweck, Unterlagen, Bonität, wirtschaftlicher Situation und den Kriterien der jeweiligen Bank ab. Eine Zusage oder bestimmte Konditionen sind nicht garantiert. Finanzierung anfragen.
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